Menschenrechtsverletzungen in Westpapua

Unsere Würzburger Gruppe von Amnesty Internationalbeschäftigt sich – unter anderem – mit einer Region, die in den deutschen Medien kaum Erwähnung findet: Westpapua.

Westpapua  – das ist die westliche Hälfte der Insel Neu-Guinea. Während der östliche Teil der Insel als Papua-Neuguinea 1975 die Unabhängigkeit erreichte, wurde der Westteil der Insel 1963 als West-Papua von Indonesien okkupiert.

Westpapua ist reich an Bodenschätzen (Gold, Nickel, Kupfer, Erdöl, …) und anderen natürlichen Ressourcen (Holz, Palmöl, …) – so wird das Land für Indonesien zu einer wirtschaftlich bedeutsamen Region. In der Folge werden häufig die Rechte der ursprünglichen Bewohner missachtet; es kommt zu Unterdrückung, Vertreibung und anderen Verletzungen der Menschenrechte.

Seit Beginn der indonesischen Okkupation wird von unterschiedlichen Rebellenorganisationen für ein unabhängiges Papua gekämpft – sie kämpfen zum Teil mit Blasrohren, Pfeil und Bogen gegen eine hochgerüstete indonesische Armee. Auf beiden Seiten kommt es immer wieder zu Grausamkeiten. So sind bisher über 150 000 Menschen umgekommen

Konkret setzt sich unsere AI-Gruppe für die Untersuchung eines Vorfalls in der Provinz Paniai ein, bei dem vier Menschen getötet und 17 weitere zum Teil schwer verletzt wurden:

Paniai-Shooting

Am Morgen des 8 Dezember 2014 nahmen einige Hundert Papuas an einem friedlichen Marsch teil. Sie protestierten in der Stadt Enarotali , Provinz Papua. Die Teilnehmer, unter denen sich auch Frauen und Kinder befanden, hatten sich versammelt um gegen Soldaten des Bataillons 753 zu demonstrieren, die Berichten zufolge in der vorangegangenen Nacht eine Gruppe Minderjähriger aus dem Dorf Ipakije verprügelt hatten. Einer der Minderjährigen musste im Krankenhaus behandelt werden.  Die Demonstranten trafen auf Polizei und Militär, welche die Menschen aufforderten, die Demonstration aufzulösen. Zeugen zufolge gaben die Sicherheitskräfte danach Warnschüsse ab und richteten ihre Waffen dann auf die Menge. Die Demonstranten begannen sofort von dem Feld zu fliehen. Nach dem Ende der Schießerei blieben vier Menschen tot zurück. Mindestens 17 andere Personen wurden durch Kugeln oder Bajonette der Sicherheitskräfte verletzt.

Wie in vielen vorangegangenen Fällen in Papua wurden auch hier Untersuchungen über den Vorfall verzögert; es gab keine Konsequenzen für die Verantwortlichen. Den Opfern und ihren Familien wird so der Zugang zu Gerechtigkeit und zu Wiedergutmachung versperrt.

Amnesty International setzt sich – wie  bei anderen Vorfällen – dafür ein, dass Tötungen, Folter und Missachtungen der Menschenrechte durch die Sicherheitskräfte durch unabhängige Kommissionen untersucht werden, die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und den Opfern sowie deren Familien eine angemessene Entschädigung gegeben wird.

Weitere Informationen anderer Quellen – ohne Gewähr:

West-Papua – Spiegel online – gefunden 29.2.16

http://www.spiegel.de/politik/ausland/neuguinea-rebellenarmee-kaempft-fuer-ein-unabhaengiges-papua-a-847713.html

Gesellschaft für bedrohte Völker – 20.09.2016

https://www.gfbv.de/de/news/westpapua-konflikt-droht-zu-eskalieren-8212/

Neue Züricher Zeitung

https://www.nzz.ch/indonesiens_papua_wollen_die_unabhaengigkeit-1.7223580

Pazifik-Netzwerk e.V.

http://www.pazifik-infostelle.org/themen/netzwerk/8630575.html

 

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