Hanan Badr el-Din

Zuletzt sah Hanan Badr el-Din ihren Mann im Fernsehen, als er nach Protesten im Juli 2013 verwundet in eine Klinik kam. Doch als sie ihn dort besuchen wollte, war er nicht auffindbar. Sie suchte Polizeiwachen, Gefängnisse, Krankenhäuser und Leichenhallen auf, um etwas über sein Schicksal zu erfahren – ohne Erfolg. Die ägyptischen Sicherheits­kräfte haben in den vergangenen Jahren Hunderte Menschen verschwinden lassen. Die Opfer sind meist politische Aktivistinnen und Aktivisten, Protestierende und Studierende, bis hin zu minder­jährigen Schülern und Schülerinnen. Gemeinsam mit anderen Betroffenen gründete Hanan Badr el-Din daher die Organisation „Familienkoalition der Opfer des „Verschwindenlassens“ und setzte sich öffentlich für eine Aufklärung ein.

Im Mai 2017 wurde sie bei der Suche nach ihrem Mann festgenommen und fälschlicherweise der „Mitgliedschaft in einer verbotenen Gruppierung“ angeklagt. Der wahre Grund dürfte ihre Menschenrechtsarbeit sein. Ihr drohen mindestens fünf Jahre Haft.

Bild: © Rebecca Hendin

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